Kreative Wissensüberprüfung online: 4 Methoden!
Simulationen, Gruppenprojekte, Foren und Fallstudien prüfen tiefer, als es eine Multiple-Choice-Frage jemals könnte.

Wissensüberprüfung mit E-Learning
Online-Unterricht und die Überprüfung von Wissen sind untrennbar miteinander verbunden. Schließlich sind Prüfungen eine allgemein bekannte Form der Leistungsbewertung, mit der Lernergebnisse gemessen werden. Im Bereich des Online-Unterrichts werden häufig bestimmte Prüfungsformen in E-Learnings integriert. Doch Untersuchungen zeigen, dass es fraglich ist, ob Prüfungen wirklich das messen, was wir messen wollen.
Die Art und Weise, wie geprüft wird, steht oft im Widerspruch zu den Anforderungen des Berufsalltags. Für viele Fähigkeiten und Kenntnisse ist es schließlich nicht entscheidend, dass man sie innerhalb von anderthalb Stunden ohne jegliche Hilfsmittel abrufen kann.
Am Arbeitsplatz hat man beispielsweise oft Zugriff auf Kollegen, die man um Rat fragen kann. Oder auf das Internet, um eine Formel nachzuschlagen. Zudem nutzt man im echten Leben für Berechnungen ohnehin einen Taschenrechner.
Es ist daher etwas seltsam, dass wir von Lernenden erwarten, Wissen ohne jede Unterstützung parat zu haben. E-Learning, bei dem der Lernprozess digital abläuft, ist zukunftsorientiert. Es basiert auf großem Vertrauen in die Lernenden, da sie frei entscheiden können, wann und wo sie die Lerninhalte aufnehmen. Diese Flexibilität ermöglicht es den Lernenden, die Theorie leichter mit der Praxis zu verknüpfen.
Da sich die Lernenden in ihrer vertrauten Umgebung befinden, beziehen sie die Theorie aus dem E-Learning eher auf alltägliche Dinge. Dadurch bilden sie Assoziationen und können das Gelernte leichter abrufen. Puzzleteile fügen sich plötzlich zusammen – ein Moment, den wir auch als „Aha-Erlebnis“ bezeichnen.
Diese Erfahrungen lassen sich leider nur schwer in traditionelle Prüfungsformen „einfangen“. Beim E-Learning ist die Qualität der Prüfung wichtiger als die Quantität. Zudem ist die Wissensüberprüfung ein guter Leitfaden, um fehlende Kenntnisse und Fähigkeiten zu identifizieren und das E-Learning entsprechend anzupassen, damit die noch fehlenden Inhalte gezielt vermittelt werden können.
Damit du das nötige Rüstzeug hast, um digitale Prüfungen zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen, stellen wir in diesem Blog einige unkonventionelle Methoden zur Online-Wissensüberprüfung vor.
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4 x Online-Prüfungen, aber mal anders
1. Simulationen echter Arbeitsszenarien
Simulationen sind eine effektive Methode, um praktisches und erfahrungsbasiertes Wissen zu testen. Im Gegensatz zu traditionellen Prüfungen ermöglichen Simulationen den Lernenden, Fähigkeiten zu erproben und Ressourcen in einer sicheren virtuellen Umgebung zu nutzen.
Um die besten Ergebnisse zu erzielen, ist es wichtig, dass die Simulation die Realität so realistisch wie möglich widerspiegelt. Je realistischer die virtuelle Umgebung, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Simulation zeigt, wie der Lernende in einer echten Arbeitssituation agieren würde. Zudem fordert es die Lernenden heraus, ihr gesamtes Wissens- und Fähigkeitsspektrum auf die Simulation anzuwenden.
Du überlegst also, ein „statisches“ Online-Quiz zu erstellen? Lass es lieber und bring etwas mehr Schwung in die Sache!
2. Online-Gruppenprojekte
Wie wir in früheren Blogs beschrieben haben, ist das Gefühl der Verbundenheit beim Lernen entscheidend für den Erfolg. Obwohl E-Learning individuell durchgeführt wird, ist es durchaus möglich, Gruppenelemente zu implementieren. So können Lernende beispielsweise über die Lerninhalte diskutieren und damit zeigen, dass sie aktiv teilnehmen.
Es ist aber auch möglich, gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Lernende können beispielsweise zusammen eine Präsentation erstellen. Dies kann auf traditionelle Weise geschehen, etwa mit PowerPoint, aber man kann auch an das Aufnehmen und Bearbeiten eines Videos denken, zu dem alle Gruppenmitglieder einen Beitrag leisten.
Dies sorgt auch für ein stärkeres Gefühl der Verbundenheit, da jeder „live“ im Video zu sehen ist.
Darüber hinaus ist es wertvoll, ein Feedback-Element in die Gruppenaufgabe zu integrieren.
- Ist jemand aus der Gruppe durch den eigenen Beitrag aufgefallen?
- Was sind die Stärken dieser Person?
- Wo könnte sich diese Person noch verbessern?
Damit dieser Prozess reibungslos abläuft, sind klare Richtlinien für das Geben dieses Feedbacks unerlässlich.
Suchst du eine Plattform, auf der du solche Gruppenprojekte umsetzen kannst? Dann wirf einen Blick auf die Vorteile von Pluvo: unsere Online-Lernumgebung.
3. Online-Foren und Diskussionen
Eine der effektivsten Möglichkeiten, qualitatives Lernen im E-Learning zu „messen“, ist die Beobachtung der Beiträge, die Lernende in Online-Foren und/oder Diskussionen leisten. Die E-Learning-Koordination oder die Trainerinnen und Trainer können die Lernenden zu relevanten Beiträgen anregen, indem sie die Diskussion starten.
Das gelingt zum Beispiel, indem man eine kontroverse These in die Gruppe wirft. Oder indem man ein Problem einführt, für das die Lernenden gemeinsam eine Lösung finden müssen.
Die Koordination behält die Beiträge aller Lernenden im Blick und achtet auf Tiefe, Qualität, gezeigtes Wissen und Können sowie Quantität (wie aktiv jemand im Forum ist). Das kann quantitativ geschehen (anhand der Anzahl der Posts und Kommentare, die eine Person verfasst) und/oder qualitativ (indem man zum Beispiel ein Bewertungsraster mit der Teilnahme verknüpft, in dem Lernziele abgehakt werden können, sobald sie in der Teilnahme gezeigt wurden).
Auch der Umgang mit Feedback ist eine wichtige Fähigkeit, die Lernende in Diskussionen und Foren zeigen können. Reagiert jemand anderes aus der Gruppe auf ihre Aussagen oder Beiträge und integrieren sie dieses Feedback anschließend in ihren weiteren Diskussionsbeitrag, zeigt das, dass sie offen für Feedback sind und es in ihren Lern- und Arbeitsprozess einfließen lassen.
4. Probleme lösen mit Fallstudien
Nimm eine realistische Situation, der die Lernenden auch in ihrem Arbeitsalltag begegnen könnten. Am einfachsten ist es, ein Szenario zu verwenden, das sich tatsächlich in der Vergangenheit ereignet hat. So kannst du die Lösung des Szenarios weglassen und sie von den Lernenden ausarbeiten lassen.
Gab es zum Beispiel einen Kunden, der sich beschwert hat? Beschreibe die Beschwerde und die Umstände und lass die Lernenden anschließend ihr Vorgehen beschreiben, wobei der Schwerpunkt auf der Anwendung und Beschreibung des eigenen Wissens und Könnens liegt (ob im E-Learning erworben oder nicht). Besonders relevant ist es, dass die Lernenden ihren Denkprozess beschreiben und so deutlich machen, wie sie zur Lösung bzw. zum Vorgehen gekommen sind.
Wie du siehst, geht diese Art der digitalen Wissensüberprüfung deutlich tiefer, als einfach einen Multiple-Choice-Test zusammenzuzimmern. Wenn du deine Lernenden aus einer Liste möglicher Antworten wählen lässt, wirst du schließlich nie herausfinden, wie sie zu dieser Antwort gekommen sind.
Fazit zu digitalen Prüfungen
Die oben beschriebenen Wege der Wissensüberprüfung und Kompetenzprüfung beim E-Learning sind nur eine kleine Auswahl der vielen Möglichkeiten. Diese praktischen und tiefgehenden Methoden sorgen dafür, dass nicht nur Bildungseinrichtungen oder Schulen, sondern auch Unternehmen qualitative Einblicke in die Lernprozesse ihrer Mitarbeiter gewinnen. Auf Basis dieser Erkenntnisse können sie diese Lernprozesse sogar bei Bedarf steuern!
Aber wie kommst du zu einem guten Prüfungsergebnis? Das beginnt natürlich bei den didaktischen und technischen Entscheidungen, die du triffst. Im nächsten Blog erzählt Nico, wie du deine Lernenden dazu anregen kannst, effektive Lernstrategien zu nutzen – für einen riesigen Lernerfolg.
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