Generation Z gewinnen und binden
In zehn Jahren wird die Generation Z 58 % der Erwerbsbevölkerung ausmachen; so gewinnen und binden Sie diese Gruppe.

Natürlich geht es zu weit, die Menschen, die etwa zwischen 1995 und 2010 geboren wurden, als eine völlig andere „Spezies“ zu bezeichnen. Dennoch gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Generationen von Arbeitnehmern. Das ist natürlich nicht verwunderlich, wenn man einen erfahrenen Fünfzigjährigen mit einem Berufseinsteiger vergleicht. Aber selbst zwischen den Millennials (Generation Y, geboren zwischen 1980 und 1995) und der Generation Z ist bereits eine beachtliche Kluft erkennbar.
Ein Teil dieser Unterschiede lässt sich auf die Geschwindigkeit zurückführen, mit der sich die Technologie entwickelt hat. Aber auch die Pandemie und die weltweite Lage haben die Denkweise unserer neuesten Generation von Arbeitnehmern nachhaltig geprägt.
In diesem Blog geben wir Ihnen einige Tipps, wie Sie junge Menschen am besten gewinnen und im Unternehmen halten können. Das ist sicher kein überflüssiger Luxus, wenn man bedenkt, dass diese Generation innerhalb von zehn Jahren stolze 58 % der Erwerbsbevölkerung ausmachen wird!
Hier ist eine Übersicht der verschiedenen Generationen:
- 1940-1955 Babyboomer
- 1955-1970 Generation X
- 1970-1980 Generation Golf
- 1980-1995 Generation Y (Millennials)
- 1995-2010 Generation Z
1. Digital Natives mit hohem Tech-Anspruch
Wir haben es jetzt zum ersten Mal mit Kollegen zu tun, die sich eine Welt ohne WLAN, Smartphones und Spotify gar nicht vorstellen können. Einfach, weil sie diese Welt nie erlebt haben. Während wir uns noch bei der Erinnerung an das berüchtigte Quietschen der Kreide auf der Tafel gruseln können, werden Gen-Z-Vertreter Sie verständnislos ansehen. Sie sind schließlich komplett online aufgewachsen.
Die Gen Z hat eine kürzere Aufmerksamkeitsspanne und stellt ziemlich hohe Anforderungen an die digitalen Tools bei ihrem Arbeitgeber.
Laptops, Telefone und Internetverbindungen müssen am Arbeitsplatz mindestens die gleiche Qualität haben wie zu Hause – eigentlich sollten sie sogar noch ein Stück besser sein. Es muss professionell und hochmodern wirken, um das Vertrauen der Generation Z zu gewinnen.
2. Social Media in der Hauptrolle
Das Leben der Generation Z findet online statt und dreht sich zu einem großen Teil um soziale Medien. Neues lernen, Stellenanzeigen suchen, sich bewerben oder entscheiden, wie man das Wochenende verbringt? Das läuft alles über Social Media. Das ist sicher gut zu wissen, wenn Sie eine Recruiting-Kampagne planen.
Bleiben Sie am Ball! Die Aufmerksamkeit der neuen Generation verschiebt sich ständig. Und das geht schnell.
Inzwischen droht Facebook fast so passé zu werden wie das mittlerweile antike StudiVZ (wer kennt es noch?). Wissen Sie also genau, welche sozialen Medien im Trend liegen und welche nicht. Fragen Sie notfalls Ihren kleinen Neffen um Rat oder werfen Sie einen Blick auf das Nutzungsverhalten Ihrer Kinder. Und sorgen Sie dafür, dass Sie genauso flexibel sind wie Ihre Zielgruppe. Lassen Sie sich also bloß nicht zu einem Mehrjahresvertrag bei einem einzigen Medium für Ihre Stellenanzeigen hinreißen. Ehe Sie sich versehen, landen Sie in einer Sackgasse.
3. Liebe zur persönlichen Interaktion
Man könnte es fast ein Jugendtrauma nennen: Die erzwungene Distanz in den Jahren 2020–2022 hat das Bedürfnis nach persönlichem Kontakt zusätzlich befeuert. So digital die Generation Z auch ist, ein Live-Treffen mit Freunden und Kollegen wird fast immer bevorzugt. Sie sind zwar mittlerweile bestens darin geschult, aus der Ferne zu arbeiten, kommen aber (anders als die Generation vor ihnen) sehr gerne wieder ins Büro. Nicht unbedingt zum Arbeiten – das können sie zu Hause auch.
Gerade das persönliche Treffen mit Kollegen steht im Mittelpunkt.
Richten Sie daher genügend Räume ein, in denen Face-to-Face-Kontakt stattfinden kann. Machen Sie das Büro zu einem angenehmen Treffpunkt (ein hipper Innenarchitekt nennt es sogar „Clubhaus“), an dem man bei einer guten Tasse Kaffee mit seinen Kollegen brainstormen kann.
Wo man spüren kann, dass man wirklich Teil einer Organisation ist, voller gleichgesinnter Profis.
Vergessen Sie übrigens nicht, für ausreichend hybride Einrichtungen zu sorgen. Damit machen Sie Millennials und anderen Menschen, die hybrides Arbeiten schätzen, eine Freude.
4. Arbeitgeber mit einer Mission
Die Generation Z liebt es, aktiv zu werden, und engagiert sich für die Gesellschaft. Der Einfluss des Menschen auf die Erde und das Klima bereitet ihr Sorgen. Gleichstellung der Geschlechter und Diversität sind für sie selbstverständlich, Diskriminierung ist ein absolutes No-Go. Zu Recht natürlich, aber während frühere Generationen gesellschaftliche Probleme zwar sahen und vor allem auf individueller Basis aktiv wurden (und manchmal auch nicht), hat der junge Mensch von heute eine klare Meinung und erwartet tatsächlich etwas vom Arbeitgeber.
Sorgen Sie also dafür, dass Sie sich als Organisation aufrichtig und aktiv gesellschaftlichen Fragen widmen. Tun Sie das auch sichtbar.
Sprechen Sie es in Ihren Recruiting-Kampagnen an, treten Sie als Sponsor bei Veranstaltungen in Erscheinung und sorgen Sie für klare Richtlinien, bei denen Sie Mitarbeiter ansprechen, wenn sie sich nicht an die Ziele halten.
5. Do it yourself-Generation
Eigentlich möchte niemand von anderen abhängig sein, aber junge Mitarbeiter brauchen Autonomie wirklich, um gut zu gedeihen.
Eigene Entscheidungen (und Fehler) treffen zu können, die Regie über die eigene Laufbahn zu behalten, eine gute Work-Life-Balance und die Verantwortung für ein Projekt zu bekommen: Damit machen Sie Ihren neuen Kollegen aus der Generation Z glücklich.
Dieses Streben nach persönlicher Freiheit kann auch eine Kehrseite haben. Jüngere Mitarbeiter wollen ihre Arbeitswoche oft selbst gestalten, eignen sich manchmal Aufgaben an, die ein anderer Kollege vielleicht auch gern übernommen hätte, und das Verschieben von Arbeitszeiten soll kein Problem sein. Diese Einstellung bereitet so manchem Dienstplaner Kopfzerbrechen und kann bei Kollegen früherer Generationen Unverständnis und Verärgerung hervorrufen.
Sorgen Sie mit sorgfältiger Kommunikation dafür, dass alle an einem Strang ziehen.
Bieten Sie allen etwas mehr Flexibilität bei Arbeitszeit, Arbeitsort und Freizeit. Das kann auch Fehlzeiten bei pflegenden Angehörigen, jungen Eltern und älteren Mitarbeitern verhindern. Und droht all diese Freiheit unpraktikabel zu werden? Dann ziehen Sie diplomatisch, aber klar Ihre Grenzen. Manchmal heißt es eben: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Sogar im Jahr 2023.
6. Begeistert von Feedback und Entwicklung
Vergessen Sie die pflichtmäßigen jährlichen Mitarbeitergespräche. Wer zur Generation Z gehört, möchte lieber regelmäßig klar hören, wo er steht.
Ein echter Vertreter der Gen Z sieht Feedback als gute Lerngelegenheit, die einfach dazugehört, und kann meist bestens damit umgehen.
In diesem Zusammenhang noch ein Tipp: Bieten Sie Ihren Kollegen aus der Generation Z ausreichend Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. Alles, was ernsthaft dazu beitragen kann, den Karriereweg klar zu gestalten, wird begeistert aufgenommen. Konnten sich Millennials noch für einen Firmenwagen oder einen Bürohund begeistern, freut sich die heutige Generation über einen Karrierecoach und eine breit aufgestellte, anspruchsvolle Lernplattform. Am liebsten voller Gamification, denn Lernen muss schon Spaß machen, findet die Gen Z!
7. Besondere Recruiting-Tipps
Wir schließen mit einigen konkreten Tipps, wie Sie die Generation Z an Ihren Arbeitsplatz locken könnten.
- Sorgen Sie für einen überraschenden Anzeigentext mit genügend persönlichen Elementen. Dutzendware und Copy-and-paste funktionieren nicht.
- Verhindern Sie, dass die Aufmerksamkeit dieser Zielgruppe nachlässt und wieder weggeklickt wird. Schreiben Sie also keine ellenlangen Stellenanzeigen, sondern kommen Sie in Ihrem Text auf den Punkt.
- Die Generation Z mag es schnell und snappy. Ein Button „Jetzt bewerben!“ funktioniert daher deutlich besser, als um die Zusendung eines Motivationsschreibens zu bitten.
- Gehalt und unbefristeter Vertrag wiegen bei dieser Generation weniger schwer als gesellschaftliches Engagement und Entwicklungsmöglichkeiten. Legen Sie den Schwerpunkt daher lieber auf Letzteres.
- Sorgen Sie für einen klaren Ansprechpartner, der mehr Informationen zur Stelle und zur Organisation geben kann.
Sind Sie schon bereit für the next generation?
Ja, so eine neue Generation auf dem Arbeitsmarkt erfordert wieder etwas Anpassungsfähigkeit. Haben Sie vielleicht noch Berührungsängste bei der Digitalisierung? Oder haben Sie keine Ahnung, wie Sie eine smarte Lernumgebung aufbauen können, von der nicht nur die Generation Z profitiert, sondern die zum Beispiel auch Babyboomer, die Generation Golf oder Millennials glücklich macht? Zum Glück müssen Sie das nicht allein tun; clevere digitale Lösungen zu entwickeln ist genau unser Ding! Nehmen Sie Kontakt mit uns auf, wir denken gerne mit Ihnen mit!
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