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November 2, 2023

Ein echtes Kompliment: kleiner Aufwand, große Wirkung

Die biologische Wirkung eines Kompliments und Tipps zum richtigen Zeitpunkt.

Ein herzliches, aufrichtiges Kompliment kann den Tag eines Menschen deutlich aufhellen und das Selbstvertrauen spürbar stärken.

Wie funktioniert diese positive Kraft der Wertschätzung eigentlich? Ohne zu klinisch zu klingen: Die Wirkung eines Kompliments beruht auf einem chemischen, biologischen Prozess. Wenn man ein Kompliment erhält, wird das Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert und Dopamin ausgeschüttet. Durch das Dopamin werden Stimmung und Motivation gesteigert und man empfindet ein Glücksgefühl.

Für Arbeitgeber ist das eine wichtige Erkenntnis. Erhält man am Arbeitsplatz ein gutes Kompliment, zeigt sich das nicht nur in einem breiten Lächeln, sondern auch in einer höheren Produktivität. Umgekehrt gilt: Bleiben Anerkennung und Wertschätzung aus, entsteht ein Dopaminmangel. Man fühlt sich einsam und kann sogar depressive Verstimmungen entwickeln. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man sich dann nach einem anderen Job umsieht, in dem man wirklich gesehen wird. Mangelnde Wertschätzung durch den Arbeitgeber wird nicht umsonst als der Hauptgrund für eine Kündigung genannt. Es gibt also allen Grund, seinen Mitarbeitern regelmäßig Komplimente zu machen.

Wie gibt man ein gutes Kompliment?

1. Wählen Sie den richtigen Moment

Manche Komplimente eignen sich für einen vertraulichen Rahmen, während es manchmal besser ist, Wertschätzung öffentlich zu zeigen. Wählen Sie den passenden Zeitpunkt also bewusst aus. Es gibt in der Regel einen Unterschied zwischen einem Kompliment für persönliche Eigenschaften oder für berufliche Leistungen.

Wissen Sie, dass jemandem es immer schwerfiel, „Nein“ zu sagen, eine Fremdsprache zu sprechen oder Entscheidungen zu treffen, und hat diese Person eine solche persönliche Hürde überwunden? Meistens möchte der Empfänger nicht, dass etwas so Intimes vor einer großen Gruppe thematisiert wird. Komplimentieren Sie ihn oder sie lieber unter vier Augen bei einer Tasse Kaffee, während eines Mitarbeitergesprächs oder bei einem gemeinsamen Spaziergang.

Hat Ihr Kollege eine großartige Leistung erbracht oder ein schönes Projekt abgeschlossen? Dann ist es durchaus angebracht, ihn oder sie öffentlich zu loben. Prüfen Sie jedoch genau, ob noch weitere Personen an dem Erfolg beteiligt waren. Wenn das der Fall ist, verdient jeder Einzelne ein Lob, wobei der Schwerpunkt auf dem persönlichen Beitrag zur Leistung liegen sollte.

2. Geben Sie ein inhaltvolles Kompliment

Ein Kompliment ist umso wertvoller, wenn Sie ganz spezifisch benennen, warum Sie mit jemandem zufrieden sind. Oberflächliche Komplimente, die man genauso gut einem beliebigen Kollegen oder dem Nachbarn machen könnte, verfehlen oft ihr Ziel.

Sorgen Sie also für ein inhaltvolles Kompliment. Ein Kompliment, das man nicht mal eben so zwischen Tür und Angel ausspricht, sondern über das man wirklich nachgedacht hat. Überlegen Sie, warum Sie mit Ihrem Mitarbeiter oder Kollegen zufrieden sind. Warum ragt genau dieser Mitarbeiter aus der Masse heraus? Welchen Mehrwert hat ein bestimmter Einsatz oder eine Charaktereigenschaft für Sie, andere Kollegen oder das Unternehmen? Sehen Sie, welche Anstrengung es den anderen gekostet hat, ein bestimmtes Ergebnis zu erzielen?

Wenn ein Kompliment so sorgfältig ausgewählt und verpackt wird, empfindet der Empfänger es wirklich als Geschenk. Die positive Botschaft bleibt lange in Erinnerung und sorgt für einen ordentlichen Dopamin-Schub. Das macht einfach glücklich!

3. Ohne Gegenleistung

Möchten Sie einer Führungskraft, einem Kunden oder einem Geschäftspartner ein Kompliment machen? Dann wählen Sie Timing, Tonfall und Inhalt besonders sorgfältig. Die Wertschätzung sollte nicht wie Schmeichelei, Anbiederung oder – noch schlimmer – wie der Versuch wirken, etwas von dem anderen zu bekommen. Sobald ein Kompliment nach einem „Was habe ich davon?“ klingt, wird der andere abblocken, das Kompliment nicht mehr ernst nehmen und die Beziehung wird abkühlen.

Wählen Sie daher eine gute, logische Begründung, warum Sie eine bestimmte Leistung oder Eigenschaft des anderen positiv bewerten.

Sprechen Sie aufrichtig, in Ihren eigenen Worten und so weit wie möglich auf Augenhöhe.

4. Benennen Sie den positiven Effekt

Verknüpfen Sie das Verhalten oder die Leistung des anderen mit dem, was es konkret bewirkt hat. Zum Beispiel: Sie haben daraus gelernt, das Unternehmen hat fünf neue Kunden gewonnen, Sie haben Kollegen geholfen oder den Produktionsprozess deutlich verbessert.

Das Benennen des Effekts verleiht Ihrem Kompliment nicht nur zusätzliche Substanz (siehe Tipp 2), sondern sorgt auch für einen Lerneffekt.

Der Empfänger Ihres Kompliments hat die besondere Leistung oder einzigartige persönliche Eigenschaft vielleicht zuvor gar nicht beachtet. Nun, da der Effekt deutlich geworden ist, kann er oder sie darüber nachdenken, wie sich ein solches positives Ergebnis noch einmal erreichen oder ein bestimmtes Talent stärker nutzen lässt.

5. Butter bei die Fische?

Beim Wort „Wertschätzung“ denken manche vielleicht auch gleich an Bezahlung in klingender Münze.

Aus dem oben Gesagten sollte klar sein: Bei einem Kompliment geht es vor allem darum, dem anderen ein positives Gefühl zu geben, zu wissen, dass Anstrengungen gesehen und geschätzt werden.

Die Geldbörse muss also wirklich nicht sofort gezückt werden, vorausgesetzt natürlich, die übrigen Arbeitsbedingungen sind bereits gut geregelt.

Bei einer besonderen Leistung oder einem einschneidenden Ereignis können jedoch ein unerwarteter Blumenstrauß, ein schöner Gutschein oder eine andere Aufmerksamkeit (selbstverständlich mit einer schönen Karte samt persönlicher Botschaft) die Arbeitsfreude absolut steigern und die Beziehung stärken. Sie müssen damit nicht bei jedem Kompliment um sich werfen, aber es lohnt sich durchaus, hier auch nicht zu zurückhaltend zu sein.

So ein greifbares Schulterklopfen ist eine zusätzliche Bestärkung Ihres Kompliments.

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Starten Sie auch eine Kompliment-Kultur im Unternehmen
Natürlich hat das eine Unternehmen eine wärmere Ausstrahlung als das andere. Dennoch sind wir überzeugt, dass Komplimente in jede Organisation gehören. Wir sind schließlich alle Menschen, die hin und wieder durchaus ein Schulterklopfen oder ein bisschen Dopamin gebrauchen können. Bedenken Sie: Wer ein gutes Vorbild ist, findet leicht Nachahmer. Wenn Sie anfangen, Komplimente zu verteilen und Ihren Kollegen persönliche Aufmerksamkeit zu schenken, folgen von ganz allein mehr Kollegen Ihrem Beispiel!

Es kann mit etwas Kleinem beginnen. Legen Sie doch einmal spontan ein Komplimentekärtchen auf die Tastatur Ihres Kollegen (auf Pinterest gibt es unzählige Beispiele), holen Sie nach einer harten Arbeitswoche Kaffee für das ganze Team oder schreiben Sie eine schöne Empfehlung auf das LinkedIn-Profil von jemandem aus Ihrem Netzwerk. Brauchen Sie mehr Inspiration oder Tipps? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Bei solchen Fragen strahlen wir nämlich von einem Ohr zum anderen!

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