Personalmangel lösen? Stellen Sie ältere Arbeitnehmer ein!
Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern stimmen oft nicht. Warum sie gerade jetzt gegen den Personalmangel helfen.

Durch die Überalterung auf dem Arbeitsmarkt nimmt die Zahl älterer Mitarbeiter im Verhältnis zu jüngeren zu. Und das sorgt bei vielen Arbeitgebern für Panik.
"Wir brauchen frischen Wind! Das neueste Wissen! Einblicke in die aktuellsten technologischen Entwicklungen!" – hört man in letzter Zeit häufig.
Über ältere Arbeitnehmer herrschen hingegen weniger optimistische Vorstellungen:
- Wer alt ist, kann nichts Neues mehr lernen.
- Ältere klammern sich oft an Gewohnheiten und gehen in den Widerstand, wenn junge Mitarbeiter versuchen, diese zu ändern.
- Ältere sorgen für einen hohen Krankenstand.
- Ältere sind nicht produktiv, weil sie langsam arbeiten.
Vor allem die Auffassung, dass Ältere unter kognitivem Abbau leiden, ist weit verbreitet. Damit ist die Annahme gemeint, dass die Leistungsfähigkeit im Alter schnell nachlässt, etwa bei der Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung, der Merkfähigkeit oder der Qualität des logischen Denkvermögens.
Ziemlich stereotyp und zudem völlig falsch! Das Einstellen älterer Arbeitnehmer bietet sogar viele Vorteile.
Vorteile bei der Einstellung älterer Arbeitnehmer
- Ältere Arbeitnehmer sind kognitiv manchmal sogar besser
Obwohl oft behauptet wird, dass ältere Arbeitnehmer kognitiv schlechter abschneiden als jüngere, gibt es viele kognitive Funktionen, die mit zunehmendem Alter sogar zunehmen. Denken Sie an:
- Emotionsregulation
- Prosoziales Verhalten (wie hilfsbereit man beispielsweise ist)
- Empathie und Mitgefühl
- Selbstreflexion
- Einsicht und Konfliktlösung auf Basis von Erfahrung
Genug Gründe also, sich ältere Arbeitnehmer im Team zu wünschen!
Übrigens zeigt sich, dass der kognitive Abbau durch das Altern bereits – *halten Sie sich fest* – ab dem dreißigsten Lebensjahr beginnt. Vor allem, wenn es um Fähigkeiten geht, die Anstrengung erfordern, wie etwa das Arbeitsgedächtnis. Nach dem dreißigsten Lebensjahr greift man immer häufiger auf automatische Prozesse zurück, wie das Wissen und die Fähigkeiten, über die man schon lange verfügt. Daher bevorzugen viele Arbeitnehmer Prozesse, an die sie gewöhnt sind. Aber Vorsicht mit dem, was man sagt, denn das gilt nicht nur für über 50-Jährige, sondern auch für über 30-Jährige.
- Ältere Arbeitnehmer sorgen nicht immer für mehr Krankenstand
Man denkt, ältere Arbeitnehmer fallen häufiger aus. In letzter Zeit scheint jedoch das Gegenteil der Fall zu sein. Es zeigt sich nämlich, dass jüngere Arbeitnehmer immer häufiger für Fehlzeiten sorgen, vor allem weil sie häufiger unter psychischen Beschwerden leiden. Es ist Ihnen sicher nicht entgangen, dass Burn-out-Beschwerden immer häufiger auftreten, insbesondere bei jungen Menschen, was zu sehr langen Ausfallzeiten führen kann.
- Alt und weise
Ältere Arbeitnehmer haben im Laufe ihres Lebens bereits viel Erfahrung und Wissen gesammelt. So hatten sie mit unterschiedlichsten Problemen zu tun und haben bei verschiedenen Organisationen mit unterschiedlichen Arbeitsweisen gearbeitet. Deshalb wissen sie sich in vielen unterschiedlichen Situationen zu helfen!
- Finanziell vorteilhaft
Wussten Sie, dass es einige Regelungen gibt, durch die es für Sie finanziell vorteilhaft ist, ältere Arbeitnehmer in Ihr Team aufzunehmen? Das wird vom UWV (der niederländischen Behörde für Arbeitnehmerversicherungen), von der Gemeinde oder von der Steuerbehörde geregelt. Vergessen Sie also nicht, davon zu profitieren, wenn Sie sich entscheiden, einen älteren Arbeitnehmer einzustellen.
- Es ist die Zeit der Vielfalt!
Heutzutage streben viele Organisationen nach Vielfalt. Dabei geht es natürlich nicht nur um Herkunft, Geschlecht oder Erfahrung, sondern ganz sicher auch um das Alter! Wie Sie in diesem Blog lesen können, unterscheiden sich ältere und jüngere Arbeitnehmer durchaus voneinander und bereichern Ihr Team auf ganz eigene Weise. Besteht Ihr Unternehmen derzeit also hauptsächlich aus „jungen Teams“? Dann lohnt sich sicher ein stärkerer Fokus auf Vielfalt.
Und so weiter!
Wie profitieren Sie optimal von diesen älteren Arbeitnehmern?
Zur Beantwortung dieser Frage verweisen wir auf den Begriff the need for cognition. Ein wunderbarer Begriff, der sich auf die Motivation eines Menschen bezieht, gefordert zu werden. Ein solcher Mensch ist offen dafür, neue Fähigkeiten zu lernen. Dinge zu lernen, die man noch nicht weiß oder kann. An einem Online-Kurs teilzunehmen. Die Komfortzone zu verlassen!
Diese Merkmale assoziieren Sie vielleicht nicht sofort mit älteren Arbeitnehmern. Wie bereits erwähnt, sind sie dafür bekannt, weiterhin tun zu wollen, was sie schon immer getan haben. Sie sollen vor einem neuen Kurs zurückschrecken wie vor einem Berg und sich gegenseitig anfluchen, wenn mit einem anderen System als dem gewohnten gearbeitet werden muss.
Doch auch diese Auffassung ist grundsätzlich falsch! Aus Untersuchungen geht nämlich hervor, dass auch Mitarbeiter, die auf die 60 zugehen, noch eine höhere need for cognition entwickeln können. Die need for cognition ist nämlich nicht an das Alter gekoppelt, sondern an die Persönlichkeitsmerkmale Offenheit, Verträglichkeit und Extraversion. Menschen, die eher dazu neigen, sich neuen Herausforderungen und Erfahrungen gegenüber „offen“ zu zeigen, haben also eine höhere need for cognition .
Mit anderen Worten: Es ist wichtiger, dass wir uns darauf konzentrieren, offene, freundliche und extravertierte ältere Mitarbeiter zu halten, als uns in alle möglichen Verrenkungen zu begeben, um junges Personal ins Unternehmen zu locken.
Außerdem trägt eine höhere need for cognition zu Folgendem bei:
- Glücklichere Mitarbeiter - indem sie neue Dinge lernen, fühlen sich Ihre Mitarbeiter weiterhin gefordert und kompetent.
- Weniger kognitiver Abbau - das bedeutet weniger Probleme mit dem Gedächtnis oder dem lösungsorientierten Denken!
- Weniger Krankenstand - ein „geschäftiges“ Arbeitsumfeld voller Entwicklungsmöglichkeiten und Herausforderungen geht mit einem niedrigeren Blutdruck und weniger Krankheit einher, darunter Demenz.
Eine echte Win-win-win-Situation also!
Konkrete Tipps
Gut. Damit dürfte klar sein, dass es sehr vorteilhaft sein kann, ältere Mitarbeiter einzustellen. Oder von den älteren Arbeitnehmern zu profitieren, die bereits in Ihrem Unternehmen tätig sind. Vielleicht möchten Sie sogar Rentner einstellen. Jetzt fragen Sie sich vielleicht: Wie lässt sich das umsetzen?
Hier sind einige Beispiele:
- Bieten Sie ausreichend Entwicklungsmöglichkeiten.
- Richten Sie eine Online-Akademie ein, damit jeder Mitarbeiter jederzeit und überall lernen kann.
- Unterschätzen Sie ältere Mitarbeiter nicht, sondern fordern Sie sie hin und wieder heraus.
- Stellen Sie (ggf. ältere) neue Mitarbeiter ein und achten Sie bei der Auswahl auf die Persönlichkeitsmerkmale Offenheit, Extraversion und/oder Verträglichkeit.
Möchten Sie selbst the need for cognition in Ihrem Unternehmen fördern?
Lassen Sie sich von uns helfen! Wir sind auf (Online-)Lernen in Unternehmen spezialisiert und freuen uns auf ein Gespräch mit Ihnen, um die Möglichkeiten zu besprechen.
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